Gespeichert unter: Nordlicht Stipendium
Ich hatte viel gehört über die Vereinigten Staaten von Amerika. Sei es aus dem Englisch Unterricht an der Schule, aus dem großzügigen Reiseführerangebot der stadteigenen Bücherei Rendsburgs oder aus Medien wie dem Fernsehen oder Zeitungen. Neben all diesen allgemein verbreiteten Klischees den Amerikanern gegenüber, erfuhr ich durchaus interessante Aspekte in Bezug auf die Bundesrepublik. Ganz besonders hatte es mir die Lebensweise der Bevölkerung angetan. Man las so viel über die politischen und geschichtlichen Hintergründe Amerikas, das Landschaftsbild oder auch die Wirtschaft, doch kannte man das Land nur auf der Basis vieler Fakten, Diskussionen oder Nachrichten. Ich wollte mehr. Ich wollte das Leben eines Amerikaners erleben und verstehen lernen. Sei es die Einstellung vielen Dingen gegenüber, der Alltag oder auch die Lebensbedingungen. Für mich stand fest, dass ich privat unbedingt einen kleinen Aufenthalt von wenigen Wochen in den USA organisieren wollte. Doch wie sollte es anders sein: Jegliche Planungen scheiterten hauptsächlich an finanziellen Gründen. So sollte es vermutlich sein. Und ebenso vorherbestimmt war vermutlich die Tatsache, dass ich kurze Zeit später durch Zufall auf einen Artikel in den Kieler Nachrichten aufmerksam wurde.
Für 1 Jahr in die USA mit einem Stipendium für sozial engagierte Schüler. „Sozial engagiert“ traf eigentlich auf mich zu, denn einige Jahre engagierte ich mich für das Technische Hilfswerk (THW) in Rendsburg. Seit 2004 nahm ich am „Sozialen Tag“ der Organisation „Schüler Helfen Leben“ teil. Ich genoss meine ehrenamtliche Arbeit als Nachmittagsbetreuung in einer Grundschule. Diese befindet sich im Stadtteil Rendsburgs, in welchem Menschen aus den unterschiedlichsten Nationen und Sozialenschichten leben. Darauf stieß ich durch meine Teilnahme an der „AG Soziales“ der Diakonie. Im Rahmen dieser Arbeitsgemeinschaft behandelten wir Schülerinnen und Schüler in 20 theoretischen sowie auch praktischen Stunden Themen, wie zum Beispiel Beeinträchtigungen, Armut oder Altenpflege. Zudem war es ein Ziel, dass jeder Teilnehmer 60 Stunden ehrenamtlich Praxiserfahrung in einer sozialen Einrichtung sammelte. Ich nahm seit 2005 an dieser AG teil. Im ersten Jahr nutzte ich die Gelegenheit und sammelte im Kreisseniorenheim Jevenstedt sehr viele neue Erfahrungen. 2006 bis 2007 arbeitete ich ehrenamtlich mit Kindern einer Kindertagesstätte. In meiner Schule engagierte ich mich gerne für andere Schüler. Ich übte mit Begeisterung die Position als Schülerfachvertreterin im Fachbereich Französisch und als Klassensprecherin aus. Zwei Mal nahm ich mit Freude am Europäischen Wettbewerb teil und besuchte die Aquarell- AG. Als Gruppenbetreuerin unterstützte ich die evangelischen Gemeindepfadfinder Jevenstedt.
Eine Bewerbung, so entschied ich mich, konnte ich also wenigstens versuchen. Auf der Suche nach näheren Informationen zum Nordlicht Stipendium stieß ich zudem noch auf das Rheingold Stipendium. Dieses unterschied sich von den Anforderungen und dem Bewerbungsverfahren nur minimal vom Nordlicht Stipendium. Ich wollte auch hier zum mindestens eine Bewerbung einsenden.
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